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Den „Deutscher Schmerzfragebogen“ der „Deutsche Schmerzgesellschaft e.V.“ können Sie sich hier ansehen und herunterladen.

Triggerpunktfiltration
Ist eine Behandlung, die gegen schmerzhafte Muskelverhärtungen eingesetzt wird.
Was ist ein Triggerpunkt?
Ein Triggerpunkt ist eine kleine, tastbare Verhärtung im Muskel. Dort ist der Muskel dauerhaft angespannt, was Schmerzen direkt an dieser Stelle oder auch in andere Körperregionen ausstrahlend verursachen kann.
Was macht man bei einer Infiltration?
Bei der Triggerpunktinfiltration spritzt die Ärztin/der Arzt ein Medikament direkt in diesen verspannten Punkt. Meist wird ein örtliches Betäubungsmittel (z. B. Lidocain) verwendet, manchmal auch ein entzündungshemmendes Mittel (Kortison).
Wie wirkt das?
- Der verhärtete Muskel entspannt sich.
- Der Schmerz lässt nach oder verschwindet ganz.
- Durch die Entspannung verbessert sich die Beweglichkeit.
Wie läuft die Behandlung ab?
- Die Ärztin/der Arzt tastet den Muskel ab, um den Triggerpunkt genau zu finden.
- Mit einer feinen Nadel wird das Medikament eingespritzt.
- Der Einstich ist kurz als kleiner Pieks spürbar.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Kleine Blutergüsse oder Muskelkater an der Einstichstelle.
- Selten Infektionen oder Verletzungen kleiner Gefäße/Nerven.
- Die Methode ist gut verträglich.
Wie schnell hilft es?
Viele spüren schon kurz nach der Injektion eine deutliche Erleichterung, manchmal braucht es mehrere Sitzungen.
Gelenkinfiltration
Eine Gelenkinfiltration bedeutet, dass ein Medikament mit einer feinen Nadel, unter sterilen Bedingungen, direkt in ein Gelenk gespritzt wird – zum Beispiel ins Knie, die Schulter oder die Hüfte.
Gelenkfiltrationen sind insbesondere dann sinnvoll, wenn sie Teil eines ganzheitlichen, physiotherapeutischen Behandlungskonzepts sind.
Warum macht man das?
- Zur Schmerzlinderung, wenn das Gelenk entzündet oder abgenutzt ist (z. B. Arthrose, Gelenkentzündung).
- Um die Beweglichkeit zu verbessern.
- Gelegentlich auch zu diagnostischen Zwecken
Welche Medikamente werden gespritzt?
- Lokalanästhetika
- entzündungshemmende Mittel (z. B. Kortison).
- ggf Hyaluronsäure, die die „Schmierung“ des Gelenks unterstützt.
- ggf. steril gewonnenes Patientenplasma zur frühzeitigen Behandlung arthrotischer Veränderungen
Wie läuft die Behandlung ab?
- Das Gelenk wird desinfiziert.
- Sterilität ist Voraussetzung
- Die Ärztin/der Arzt setzt mit einer feinen Nadel die Spritze direkt ins Gelenk.
- Der Vorgang dauert nur wenige Minuten.
Wie fühlt es sich an?
- Meist nur ein kurzer Piks.
- Direkt danach kann das Gelenk bereits leichter beweglich sein.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Vorübergehender Schmerz oder Druck im Gelenk.
- Kleine Blutergüsse oder Schwellung.
- Selten Infektionen oder Verletzungen von Strukturen im Gelenk.
Wie schnell hilft es?
Je nach Ursache sind mehrere Behandlungen nötig.
Oft tritt die Wirkung schon nach wenigen Stunden ein.
Bei Kortison hält die Wirkung oft mehrere Wochen bis Monate an.


Ohrakupunktur
Was ist Ohrakupunktur?
Die Ohrakupunktur ist eine spezielle Form der Akupunktur. Dabei werden sehr feine, dünne Nadeln an bestimmte Punkte der Ohrmuschel gesetzt. Diese Punkte stehen über Nervenverbindungen in enger Beziehung zu verschiedenen Körperregionen und Organen.
Wie wirkt die Ohrakupunktur?
Durch die Reizung der Punkte am Ohr werden Reize an das Nervensystem weitergeleitet. Dies kann:
- die Schmerzwahrnehmung verringern,
- die Körperspannung regulieren,
- das Wohlbefinden verbessern,
- und den Schlaf unterstützen.
Viele Patienten berichten, dass sie sich während und nach der Behandlung entspannter und schmerzfreier fühlen.
Wofür wird Ohrakupunktur eingesetzt?
In der Schmerzmedizin kann die Ohrakupunktur unterstützend helfen bei:
- chronischen Schmerzen (z. B. Rücken, Gelenke, Kopf)
- akuten Schmerzen
- Muskelverspannungen
- begleitend bei Stress, Schlafstörungen oder innerer Unruhe
Wie läuft die Behandlung ab?
- Nach einem kurzen Gespräch werden geeignete Punkte am Ohr bestimmt.
- Dort werden sehr feine Nadeln gesetzt, die etwa 20–30 Minuten im Ohr verbleiben.
- Manche Patienten spüren ein leichtes Druck- oder Wärmegefühl.
Es gibt auch kleine Dauernadeln, die mit einem Pflaster fixiert werden und für einige Tage im Ohr bleiben können.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
Die Nadeln sind sehr dünn, das Stechen wird meist nur als kleines Piksen empfunden. Viele Patienten entspannen sich während der Behandlung.
Gibt es Nebenwirkungen?
Die Methode ist in der Regel gut verträglich. Selten kommt es zu:
- leichten Rötungen oder kleinen Blutergüssen am Ohr
- kurzfristigem Schwindel oder Müdigkeit
Diese Beschwerden verschwinden meist schnell von selbst.
Vorteile der Ohrakupunktur
- Wirkt häufig entspannend und schmerzlindernd
- Natürliche Methode ohne Medikamente
- Gut kombinierbar mit anderen Schmerztherapien
- Kaum Nebenwirkungen
Botoxinjektion
Was ist Botulinumtoxin (Botox)?
Botulinumtoxin ist ein Medikament, das die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln vorübergehend blockiert. Der Muskel entspannt sich dadurch für mehrere Monate.
Wozu wird es in der Schmerztherapie eingesetzt?
- Bei chronischen Muskelverspannungen (z. B. Nacken-, Rücken- oder Schulterschmerzen).
- Bei Spastiken (krankhafte Muskelverkrampfungen, z. B. nach Schlaganfall).
- Bei chronischer Migräne, wenn andere Therapien nicht helfen.
(H. Göbel · A. Heinze, Migräne- und Kopfschmerzzentrum, Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel, Prophylaxe der chronischen Migräne mit Botulinumtoxin Typ A, SpringerVerlag 2011)
- Schmerzerkrankungen, die durch überaktive Muskeln verstärkt werden
– Trigeminusneuralgie,
– Bruxismus/ CMD Erkrankungen: in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Zahnarzt um aufwändige Überkronungen zu verhindern
Wie wirkt es?
- Entspannt die behandelten Muskeln.
- Lindert dadurch Schmerzen, die durch Verspannungen oder Druck entstehen.
- Im Falle von Spastiken (z.B. nach Schlaganfall) verringern sich die Schmerzen und Patienten sind besser mobilisierbar und können wieder physiotherapeutisch beübt werden.
- Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält meist 3–6 Monate an.
Wie läuft die Behandlung ab?
- Die betroffene Region wird untersucht und die Injektionspunkte markiert.
- Mit einer sehr feinen Nadel wird das Botulinumtoxin direkt in die betroffenen Muskeln gespritzt.
- Die Behandlung dauert nur wenige Minuten.
Wie fühlt es sich an?
- Kleine Piekser, ähnlich wie bei einer Spritze oder Blutabnahme.
- Danach manchmal leichtes Druck- oder Spannungsgefühl.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Vorübergehende Rötung, Schwellung oder Bluterguss an der Einstichstelle.
- Leichte Muskelschwäche im behandelten Bereich.
- Sehr selten allergische Reaktionen oder stärkere Nebenwirkungen.
Wann hilft es?
Dauer der Wirkung: ca. 3–6 Monate, dann kann die Behandlung wiederholt werden.
Erste Wirkung meist nach 3–7 Tagen.
Volle Wirkung nach ca. 2 Wochen.


Ketamin in der Schmerzmedizin
Was ist Ketamin?
Ketamin ist ein Medikament, das ursprünglich als Narkosemittel entwickelt wurde. In niedriger Dosierung wird es heute in der Schmerzmedizin eingesetzt.
Wozu wird es eingesetzt?
- Bei starken chronischen Schmerzen, wenn andere Therapien nicht ausreichend helfen.
- Besonders bei Nervenschmerzen (z. B. nach Verletzungen, Gürtelrose, Polyneuropathie).
- Manchmal auch bei Fibromyalgie oder komplexen Schmerzsyndromen.
- Mirgräne
- Clusterkopfschmerz
- Depressionen (mit Überweisung vom behandelnden Psychotherapeuten
Wie wirkt es?
- Ketamin blockiert bestimmte Schmerzrezeptoren im Nervensystem (die sogenannten NMDA-Rezeptoren).
- Dadurch wird die Schmerzübertragung im Gehirn „heruntergefahren“.
- Es kann auch die Überempfindlichkeit von Nerven beruhigen („Schmerzgedächtnis“).
Wie wird es verabreicht?
- Als Infusion über die Vene (z. B. über mehrere Stunden in einer Klinik oder Praxis).
- Seltener als Nasenspray oder Injektion.
- Die Gabe erfolgt mit ständiger Überwachung durch einen Anästhesisten
Wie fühlt es sich an?
- Während der Infusion können Sie sich entspannt oder etwas „benommen“ fühlen.
- Manche erleben leichte Träume oder veränderte Sinneseindrücke – das klingt nach Ende der Behandlung schnell wieder ab.
- Sie bleiben die ganze Zeit ärztlich überwacht.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Vorübergehend: Schwindel, Übelkeit, Kreislauf- oder Wahrnehmungsveränderungen.
- Manchmal Blutdruck- oder Pulsanstieg.
- Sehr selten: Verwirrtheit oder Albträume (diese lassen sich meist mit begleitenden Medikamenten vermeiden).
Wann hilft es?
- Viele Patient:innen spüren schon nach der ersten Infusion eine Besserung.
Oft sind mehrere Sitzungen nötig, um eine länger anhaltende Wirkung zu erzielen.
